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03.11.2019
Wettkämpfe 2019 fortgeführt
Scroll dich durch zum Generali Staffelmarathon Frankfurt/ Main

03.10.2019
Schiefergebirgslauf

10.06.2019
Rennsteig 2019

Wettkämpfe 2019

Was für ein Jahr. Köln und der Rennsteig sind gelaufen. Aus meiner “ersten” Laufzeit ist nun kein Lauf mehr offen. Rennsteig und Schiefergebirgslauf haben mir mein Herz gezeigt, so ganz platt ist auch Wald auf Dauer ein Laufkiller siehe Viernheim. Ein bisschen Berg darf es sein.

Gelaufen

Frühjahrslauf Groß-Gerau (10 km)
Generali Halbmarathon Berlin
47. GutsMuths-Rennsteiglauf (Marathon)
1. Schiefergebirgslauf (HM)
RheinEnergie Marathon Köln (HM)
Generali Staffelmarathon Frankfurt (13,5 km)

35. Frühjahrslauf Groß-Gerau

Am Start hatte ich mich zu weit hinten einsortiert. Es gab eine Menge Läufer, die schwatzend eine Trainingseinheiten absolvierten, womit ich nicht gerechnet hatte. Nach dem Startschuss standen sie rum, gingen dann langsam mal los, aber niemand trabte an. Na super, also durchgewühlt, irgendwann kam dann die Startlinie, die aber egal war, meine Uhr hatte ich schon abgedrückt und ich lief außen weiter, nun an den langsameren Läufern vorbei. Dann hatte ich meinen Platz im Feld gefunden. Kurz darauf kam ein Pärchen dazu, an die hängte ich mich dran. Sehr gute Pace. Hinter mir raschelte eine Startnummer. Beim vierten Kilometer wurde mein Pacemaker etwas langsamer, ich überlegte kurz, aber blieb, es waren dann 3 Sekunden, der Schnitt noch immer unter 6 Minuten. Die raschelnde Startnummer blieb ebenfalls dran. Nach 5 Kilometern schickte die Frau des Pärchens leider meinen Pacemaker weg. Sie selbst war zu langsam, er zu schnell, von da an musste ich selbst Tempo machen. Hinter mir raschelte es weiterhin permanent. Kilometer 8 und 9 waren dann 5s langsamer als die zuvor, das war schade, aber ich kämpfte. Am liebsten hätte ich die raschelnde Startnummer nach vorn gebeten. Aber dann hatte ich meine Gedanken bei den 2× 5 Kilometern von letzter Woche. Ich kann das, es war mein Lauf, hier zählte es, also los. Außerdem kam eine Ministeigung, die brachte mir Freude. Vielleicht sollte ich nur noch Bergläufe machen. Haha, frag das nochmal nach dem Rennsteig. Beim 10. Kilometer versuchte ich noch zu beschleunigen, war kaum der Rede wert und dann kam die raschelnde Startnummer lockeren Schrittes an mir vorbei und rief mir zu: Häng dich dran! Ich habe es versucht und bin den Kilometer auch 19 Sekunden schneller gelaufen als den 9., aber ich war einfach durch.
Eine sehr schöne Geste war, dass die Läuferin auf mich gewartet hat zum Abklatschen und mir das Kompliment zu einem sehr gleichmäßigen Tempo aussprach.

Generali Halbmarathon Berlin

Der Halbmarathon in Berlin war eine schöne Städtereise mit Verwandschaftsbesuch. Vom Lauf her bin ich eher nicht aus den Puschen gekommen. Meine durchschnittliche Herzfrequenz lag bei 162bpm, das ist das Niveau eines langen Langsamen für mich. Normal kann man so einen platten Halben auch als Schwellenlauf absolvieren, das wären 178 bpm bei mir. Es ist also tatsächlich so, dass ich im Wohlfühltempo vor mich hintrabte. Entsprechend nicht so ganz zufrieden war ich dann.

Start war super, kein Drängeln in Startblock F. Es gab kein Geschubse, auch nicht unterwegs, toll. Kurz nach Kilometer 10 standen meine Mädels, das war echte Motivation, was habe ich mich auf den Knutsch gefreut. Hund schien auch zufrieden, Tante sah etwas geschafft aus. Wir wollten uns dann im Ziel treffen. VIP-Bereich. So richtig in die Pötte kam ich nicht, ich wollte, ich wusste auch, wie sich das anfühlen sollte, aber ich konnte mich nicht pushen. Dann traf ich ein paar Kollegen, die ins Gehen übergangen waren, feuerte sie noch an und lief weiter. Auf der Zielgeraden bemühte ich mich wenigstens zum Anschein um Tempo. Ein paar Meter weiter schaute ich dann, ob ich meine Mädels sehe. Entdecken konnte ich sie nicht. Kurz darauf erfuhr ich, dass sie nicht hin gefunden hatten, war alles gesperrt und sie auf der falschen Straßenseite. Dank Hunde-GPS haben wir uns schnell gefunden. Für mich ein wirklich gelungenes Debüt, wenn man vom Zeitziel absieht und das kann ich. Um die Wurst geht es im Herbst.

Rennsteig Marathon

Dafür gibt es natürlich, selbstverständlich eine eigene Seite. :-)
Rennsteig 2019

1. Schiefergebirgslauf

Es war so schön, dass auch der Schiefergebirgslauf seine eigene Seite bekam.

Rhein Energie Marathon Köln (HM)

Habe ich ihn im Sack. Allerdings von Anfang an wenig optimal. In den letzten vier Wochen trainierte ich wenig und hatte Probleme mit den Muskeln in der linken Pobacke. Außerdem weckte uns der Hund in den vier aufeinanderfolgenden Nächten vor dem Start immer wieder, weil sie raus musste. Frau Flitzekacke ist zu Besuch. Ich träumte, dass ich nicht starten sollte.

Doof

Am Start stellte ich mich ganz nach hinten im Startblock und bereute es bald. Im Jogging-Tempo ging es zur Brücke. Auf dem ersten Kilometer verlor ihr die erste Minute. Der zweite joggelte ebenso vor sich hin bis ich etwas aufdrehen konnte. Das Rennen blieb über lange Zeit ein Stop&Go, bis zum Schluss staute sich die Massean jeder Kurve und Köln hat einige davon. Dazu kam eine Atmosphäre wie in der Sauna. Ich entschied mich also zu trinken und tat das bei 13,5 mit einem Gel. Mein erstes Wettkampfgel – ich habe es gut vertragen. Das Trinken brachte mir die bekannten Seitenstechen. Auf Kilometer 14 versuchte ich stehend in sie zu atmen, aber das störte sie nicht. Also lief ich weiter, langsamer und ignorierte sie soweit es ging. Der Kilometer war genauso verloren.

Cool

Unterschlupf fand ich bei einem lieben Kollegen, das war sehr schön. Hund und Frau begleiteten mich wieder, obwohl ich sie wohl hätte daheim lassen sollen, damit Hund seinen Durchfall in Ruhe kurieren kann. Aber ich freute mich über die Unterstützung an der Strecke.
Diese ging um Teil durch Straßen, die herrlich von Bäumen überwachsen waren. Durch das Blätterdach schien die Sonne und ließ die lindgrünen Blätter herrlich leuchten. In den Versorgungszonen lagen viel weniger Becher herum. Leider gibt es ganz viele Läufer, die meinen, für sie gelten andere Regeln und ihnen wird ja hinterher geräumt. Sie haben ja bezahlt. Aber noch viel mehr Läufer haben mitgemacht und ihre Becher nicht einfach auf die Straße geworfen und erstaunlicherweise klebte der Boden auch nicht von Gels.

Lauf

konzentriert auf's Tempogefühl

Wenn ich frei Laufen konnte, hielt ich mein Tempo erstaunlich genau. Bei Kilometer 11 stach es schmerzhaft durch die Pobacke, bei 18 zog der Schmerz bis ins Knie, aber ich konnte noch gut laufen. Ab etwa Kilometer 15 sammelte ich Läufer ein. Dabei verlor ich so ein bisschen mein Tempogefühl. Du überholst und überholst und es fühlt sich dadurch schneller an, als es ist. Als ich bei Kilometer 18 noch einen sauberen Laufstil hatte, wusste ich, dass ich es verbockt habe. Das war einfach zu locker. Auf der Zielgerade legte ich einen Sprint hin, der so locker und mit großen Schritten dahinflog. Aber ich sah die Uhr, ich wusste, ja verbockt und wollte nicht eine einzige zusätzliche Sekunde mehr dazu haben. Der rote Teppich war übrigens kuschlig weich und hat dem Schritt die Energie geklaut.
Insgesamt bin ich mit der Zeit absolut unzufrieden. Im Sommer wollte ich 2:12 laufen, jetzt sollte es eine 2:09 werden. Von der ursprünglich angepeilten 2:06 war ich wegen der schlechten Vorbereitung abgekommen. Mit 2:11 habe ich dennoch mein Herbstziel einfach mal verfehlt.

Fazit

Es war ein schöner Ausflug. Wer große stimmungsvolle Stadtläufe mag, ist hier richtig. Ich sollte diese in meiner Rennplanung nicht mehr berücksichtigen oder nur als Spaßläufe mit Besichtigungscharakter, wobei Köln mir dafür zu laut ist. O:-)

Ich habe dieses Jahr viel gelernt und Köln war für meine Wettkampferfahrung sehr wichtig. Dieses Tempogefühl auf die Straße bringen, das war gut.

(Fotos: Marathon-Photo)

Generali Staffelmarathon

Auch in diesem Jahr bin ich angetreten. Wieder als Schlussläuferin.
Erstes Ziel war es, eine mega coole Zeit zwischen den Matten 30 und 40 zu laufen. Zweites schneller sein als letztes Jahr. Was soll ich sagen, es war der seltsamste Lauf, den ich je gelaufen bin.
Ich kam kaum auf Betriebstemperatur, da wurde ich von einer Marathon-Debütantin angesprochen, die sich wohl bei Kilometer 30 mächtig langweilte. Bei 5:45er Pace ein Schwätzchen halten, brachte mich in eine brachiale Sauerstoffschuld. Beim nächsten Getränkestand verabschiedete ich mich von ihr und versuchte erst einmal meine beginnenden Seitenstechen (ha, wer hätte an so etwas gedacht) zu verscheuchen. Dann kam ich ganz gut in mein Tempo und lief meinen Stiefel bis, naja bis ein orangefarbenes T-Shirt, welches ich gerade überholt hatte, an mir vorbei schoss. Ein paar Meter weiter drosselte die Frau im Shirt das Tempo schon wieder drastisch mit Blick auf die Uhr. Ständig ging ihr Blick auf die Uhr und ständig wechselte das Tempo. In ihrem Gesicht standen genau diese Tempowechsel-Strapazen. Ich weiß, was Frankfurt dem GPS antut, letztes Jahr lief ich laut meiner Uhr eine fantastische Zeit, nur leider stand die nachher offiziell nicht zu Buche.
Vielleicht war es das oder das eh bereits aufgegebene Ziel Nummer 1, jedenfalls fragte ich sie, was sie laufen wolle. 6:03 ist eine Pace, die ich vom Gefühl her kann, geübt habe. Ich bot mich an. Aber immer wenn ich auf das Tempo anlief, fiel sie zurück, also begann ich eher sie anzufeuern und ein machbares gleichmäßiges Tempo vorzulaufen und sie vom ständigen Blick auf die Uhr abzuhalten, damit sie ausruht, ohne zuviel Boden zu verlieren. Ich bin so dankbar für den Trainer, der mir Tempogefühl nahe gebracht hat. Das ist wirklich ein Segen.
Ich weiß nicht, was in ihrem Kopf vor sich ging, aber sie biss sich durch ihren Hänger und lief ihren Marathon. Mein GPS gab eine 5:45er Pace aus, ich rechnete auf 6:10 hoch, immer noch zu langsam, aber das war schon das Schnellste, was zu haben war. Sie konnte abklatschen, sie konnte noch lächeln, also konnte sie auch noch laufen. Und bei Kilometer 41 sah die Zeit gut aus. Etwas über 7 Minuten hatte sie noch für 1,2 km.

Als wir den echten Hammermann von Frankfurt sahen, wies ich darauf, dass dort der Eingang in die Festhalle ist, wusste sie sicher, aber er ist halt so ein Symbol. Ich finde, er ist das beste an der Strecke, da steht er “der Hammermann” und läutet die letzten Meter ein. Und sie zog ab, legte ein fantastisches Tempo vor. Sie lief und lief wie befreit. Innerlich jubelte ich, das war auch für mich das reinste Endorphin.
Ich selbst genoss die Ruhe vor der Massenkarambolage Festhalle. Am Eingang wurde ich zurechtgerempelt, ein Mann mit Jacke und Rucksack lief da. Wo auch immer er her kam. Aber ich hielt mich ganz am Rand und diesmal kam ich ansonsten unbedrängt durch.
Im Ziel fing ich die Läuferin im orangenen Shirt noch ab, sie hatte es wirklich geschafft, ich freute mich und gratulierte.
Mein eigenes zweites Ziel, konnte ich eigentlich nicht verfehlen. Natürlich war ich schneller als letztes Jahr, aber ich war bei weitem nicht so fertig. Ich fühlte mich gut erholt und wunderte mich, dass ich bei einem offiziellen Schnitt von 6:19 rückwärts laufen konnte, jemanden anfeuern konnte, ohne in die Sauerstoffschuld zu kommen. Ich glaube, bei mir geht es tatsächlich bald einen riesen Schritt voran und ich laufe nächstes Jahr den HM unter 2h. Immerhin hat der Trainer es ja gesagt. :grins

(Fotos: Marathon-Photo)


nca