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Wildsaulauf 2011

Ort: Mölschbach
Distanz: 10km
GPSies-Index: 7,84
bergauf: 604m
bergab: 593m
Strecke: Strecke mit Profil bei gpsies.com
Termin: 27.05.2011
Ergebnis: 179. gesamt von 197 (bzw. 11. Frau von hinten :-))

Veranstalter-Link: SV-Mölschbach 1948 e.V.

Hinweis: Die Strecke war offiziell auf 10km vermessen. Zum Aufzeichnen benutzte ich eine Garmin Forerunner 305. Wald- und Witterungsbedingt hat sie mich scheinbar mehrfach verloren, wodurch die Diskrepanz bei der Strecke zustande kam.

Bericht

Es war soweit. 12 Wochen Training(splan) für diesen meinen ersten 10km Lauf. Von Kaiserslautern aus ging es mit dem Bus nach Mölschbach. Der Bus fuhr und fuhr, die Straßen wurden immer schmaler, Stationen lauteten auf …-Hof und tatsächlich mitten im Wald eine Wirtschaftseinheit. Irgendwann doch ein paar Häuser, wir waren da. Die Haltestelle “Denkmal” in Google nicht zu finden, klang vielversprechend. Dort stiegen wir also aus und trafen auf das erste Schild: VL.
So geführt waren wir schnell an der Turnhalle und wohl die ersten Gäste. Nein, nicht aufgeregt und daher zu früh. Nur die ersten. Es blieb Zeit in Ruhe die Startnummer abzuholen und sich mal die Strecke anzusehen. Und natürlich ein Foto mit der namensgebenden Wildsau zu machen.

Zum Glück verliefen alle Begegnungen mit ihr gestern derart statisch.

Irgendwie war die Zeit dann doch schnell rum. Die Kids rasten los auf ihre Strecke, die Minis ließen die größeren Mädels hinter sich, aber alle kamen sie gut ins Ziel. Ein Geschwisterpärchen lieferte sich ein Foto-Finish. Ob sie dann gestritten haben, wer vor dem anderen im Ziel war? Meine Aufregung stieg.

Ein wenig fürs Foto pos(s)ieren, um mich abzulenken. In der Antwortmail hatte es geheißen, leichte und mittlere Anstiege, das ausgelegte Streckenprofil aber sah für die ersten 5km nur bergauf vor. Und einige Anstiege sahen da sehr knackig aus. Aber dann ging es los und es war keine Zeit zum Verzagen. Zeitmessung gab es via Stoppuhr, so dass ich mich für mich auf Garmin verließ.

Schön hinten losgelaufen, um nur nicht von allen überholt zu werden. Erst ein Mini-Stück Asphalt, dann begannen schon die Waldwege. Ein kleiner Engpass verbot die Raserei am Anfang, nach einem Kilometer hatte sich alles soweit gefunden. Ich bremste mich aus, 6'30 sollte reichen, schließlich war das Ziel sub70 und das heimliche sub65.

Es war wunderbar. Die Wege weich und federnd, alles durch den Wald, z.T. etwas düster durch das Wetter, eine Stelle war vom nassen Laub rutschig, aber es roch gut. Das erste Mal bergrunter ließ ich mich in die Bewegung fallen und holte viele Läufer ein. Diese kamen dann wieder an mir vorbei, als es hoch ging. Nach dem ersten doch stärkeren und vor allem längeren Anstieg, wurde es ein eher welliges Profil, doch nicht so schlimm wie aufgemalt. Jeder Kilometer war durch ein rotes Schild markiert, super gemacht. Garmin behauptete manchmal, diese Kilometer wären kürzer, aber Garmin verliert mich ganz gern mal im Wald, gerade auch bei solchem Wetter.
Bei Kilometer 2 kam eine alte Frau seitlich aus dem Wald, zog die Sporthose zurecht und nach wenigen Metern überholte sie mich dann erneut. Ich versuchte gar nicht erst dran zu bleiben. Vor mir ein älterer Mann mit einem markanten Laufstil, auf diesen lief ich immer wieder auf und fiel bei Bergauf-Passagen zurück.

Der Streckenbelag überall schön weich.

Für Kilometer 1 -5 hatte ich mir vorgenommen, nicht zu schnell zu laufen. Für Kilometer 6 – 8 fehlte mir jeglicher Plan. Ich hängte mich an eine Läuferin, diese lief mir zwar bei km 7 davon, aber auf Sichtweite konnte ich mich noch einigermaßen hinterher ziehen. Irgendwann bog sie um eine Ecke und ich war allein. Kein Schnaufen hinter mir, keinerlei Sichtkontakt nach vorn. Nach wenigen Metern stellte ich mir vor, dass ich es mal wieder geschafft hätte, mich zu verlaufen. Aber das war nicht möglich, der Lauf mit Pfeilen und Linien aus Sägespänen sowie Absperrband gut ausgeschildert. Die magische 8 stand auf der roten Tafel am Wegesrand. Jetzt wollte ich gern schneller werden. Ähm ja. Ich schaute nicht auf die Uhr, ich lief und lief und plötzlich war da vorn der ältere Mann mit dem markanten Laufstil und davor noch eine Frau. Ob ich die kriege? Den Mann habe ich noch geholt, die Frau lief 20m vor mir ins Ziel.

Ich stoppte bei 59'50. Sub60!!! Das hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen vorgestellt, aber doch nicht real! Unfassbar.

Der Lauf ist wirklich schön gemacht und sehr liebevoll organisiert. Auch wenn es keine Netto-Messung gibt, wollen wir nächstes Jahr wieder hin. Für das leibliche Wohl war auch gesorgt, Wildsau-Nachlaufwurst, Wildsau-Grillfest. Duschen, Toiletten alles sauber, die Umkleide zu klein für so einen Ansturm, aber lustig. Und den Kenianer verstehe ich nun auch besser. Die ganzen Mädels, die mich da haben stehen lassen, das war eine Pracht. Die Oma, alte Frau mit der Piesel-Pause, ist übrigens von ihrer Enkelin ins Ziel gebracht wurden. Die soll ihre Oma richtig reingebrüllt haben. 5 Minuten bevor ich ich kam ungefähr.

Tja und ich habe jetzt eine PB auf 10km, denn sub60 sind eine oder? grins


nca